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Wie gesund ist scharfes Essen?
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Salz , Chilis und Pfeffer sind die in der Küche am häufigsten benutzten Gewürze. Während manche Personen von scharf gewürzten Speisen Sodbrennen bekommen, können sich Andere Mahlzeiten ohne ein gewisses „Feuer“ gar nicht vorstellen. Was macht das Essen eigentlich scharf und ist scharfes Essen gesund?
Es gibt zahlreiche Gewürze, die durch verschiedene Stoffe ihre Schärfe erhalten, wie
Besonders Chilis werden in deutschen Küchen immer häufiger zum Würzen von Speisen eingesetzt. Sogar Schokolade wird damit verfeinert. Je kleiner und roter Chilifrüchte sind, desto schärfer sind sie.
Für die Schärfe der Chilis sind sogenannte Capsaicinoide verantwortlich. Darunter fällt auch das Capsaicin, das zwei Drittel bis drei Viertel des Gesamtcapsaicinoidgehaltes ausmacht.
Capsaicin erregt die Nerven in der Mundschleimhaut, die für die Wahrnehmung von Wärme- und Schmerzreizen verantwortlich sind. Schärfe ist also keine Geschmacksart, wie salzig, süß, bitter, sauer oder umami, sondern eine Schmerzreaktion.
Die Schärfe von Chilis oder Chilierzeugnissen kann mittels der Scoville-Einheit (Scoville Heat Units, SHU) bestimmt werden. Dabei gibt die Scoville-Einheit an, wie viel Milliliter Wasser man benötigt, um die Konzentration so zu verdünnen, dass sie gerade noch scharf schmeckt. Durch die Bestimmung des Capsaicingehaltes ist die Schärfe heute auch analytisch messbar.
Tabelle 1: Schärfegrad nach Scoville
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Scoville |
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0-10 |
Gemüsepaprika |
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100 - 500 |
Peperoni |
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2.500 - 8.500 |
Tabasco |
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100.000 - 500.000 |
Habanero-Chili |
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2 Millionen |
handelsübliches Pfefferspray |
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16 Millionen |
reines Capsaicin |
Capsaicin wirkt auf vielfältige Weise. Durch den Schmerzreiz werden Endorphine ausgeschüttet. Deshalb sagt man Chili und anderen scharfen Gewürzen nach, dass sie glücklich machen. Gleichzeitig führt das Capsaicin zu Hitzewallungen und Schweißbildung. Man geht davon aus, dass sich Menschen in warmen Regionen diesen Effekt bewusst zu Nutze machen. Durch das Schwitzen wird die Körpertemperatur gesenkt und der Körper kühlt ab. In Mexiko und Thailand werden täglich zwischen 25-200 mg Capsaicinoide durch den Verzehr von Chilis aufgenommen. In Mitteleuropa beträgt die durchschnittliche Aufnahme hingegen lediglich 1,5 mg/Tag. Die antibakterielle Wirkung von Capsaicin hat einen weiteren positiven Effekt für die Aufbewahrung von Speisen in warmen Ländern. Die Entwicklung von Mikroorganismen wird gehemmt.
Außerdem regt Capsaicin die Magenmotorik an und steigert die Magensaftsekretion. So kurbelt es die Verdauung an. Fettreiche Speisen können durch die erhöhte Magensaftproduktion besser verdaut werden. Auch der Speichelfluss wird durch scharfes Essen angeregt, was sich positiv auf die Zahngesundheit auswirken kann. Die gefäßerweiternde Wirkung des Capsaicin führt zu einer verbesserten Durchblutung, unter anderem der Schleimhäute, wodurch auch das Geschmacksempfinden sensibilisiert wird.
Gerade Personen mit einem empfindlichen Magen sollten scharf gewürzte Speisen mit Vorsicht genießen. Magenschmerzen oder Durchfall können die Folge sein. Sodbrennen kann durch die anregende Wirkung der Magensaftproduktion verstärkt werden. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von sehr scharfen Speisen und Krebs der oberen Verdauungsorgane. So wird der Verzehr von sehr scharfem Essen über einen langen Zeitraum mit Speiseröhrenkrebs in Zusammenhang gebracht.
Scharf bis sehr scharf gewürzte Speisen der traditionellen afrikanischen oder asiatischen Küche sind für Mitteleuropäer ungewohnt, aber ein gelegentlicher Verzehr schädigt die Gesundheit nicht. Ein übermäßiger Verzehr von Chilizubereitungen und Chilis kann jedoch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Übelkeit, Schleimhautreizung, Erbrechen, Bluthochdruck) führen. Besonders Kinder reagieren sehr empfindlich auf Chili-Produkte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher zur Vorsicht bei unüblich großen Mengen extrem scharfer Chilisaucen und Chiliextrakten.
Quellen:
Autorin: A. Hillenbrand
Bildautorin: F. Wöhrlin
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